KW 21: Spenen für Geflüchtete, Sanierungsstau bei Gerichtsgebäuden und Haftanstalten, Aggressionen nach Flirtversuch

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Liebe Leser, nicht nur Berliner Schulen sind marode. Auch Gerichtsgebäude und Haftanstalten weisen berlinweit einen riesigen Sanierungsstau auf. Insgesamt 400 Millionen Euro wären nötig, um die Anstalten wieder auf Vordermann zu bringen. Insbesondere das Moabiter Kriminalgericht müsste dringend saniert werden. Außerdem:  In einer Tram ist eine Frau tätlich angegriffen wurden, nachdem sie den Flirt eines Mannes abgewiesen hat. Mittäterinnen waren eine Seniorin, mehrere junge Frauen und ein 12-jähriges Mädchen, die zu dem Mann gehörten. Viel Spaß beim Lesen!

\ MITTE AKTUELL /

Uni in Not. Acht Prozent sollen alle Fakultäten der Humboldt-Universität sparen, ein Finanzloch von etwa zehn Millionen Euro muss geschlossen werden. Studenten sehen das freilich kritisch: Das Präsidium kürze „in vorauseilendem Gehorsam“, anstatt vom Berliner Senat mehr Geld zu verlangen, sagte eine Studentin, die sich bei der Fachschafts-Versammlung engagiert. Der Berliner Senat hält die HU aber für so auskömmlich finanziert wie die anderen Berliner Hochschulen. tagesspiegel.de

„Moabit hilft“ ruft Berliner zu Spenden für Geflüchtete auf. Noch immer kämen jeden Tag rund 70 Menschen in das „Haus D“ auf dem ehemaligen LaGeSo-Gelände in Moabit, teilen die Aktivisten auf Facebook mit. Dringend benötigt werden der Hilfs-Initiative zufolge Windeln (Größe 3 + 5), Männer-, Frauen- und Kinderkleidung sowie Schuhe. Auch Handtücher, Bettzeug, Teller, Tassen, Gläser, Töpfe, Bücher, Spielzeug, Puppen und Teddybären würden gerne genommen. morgenpost.defacebook.com/Moabithilft

Der Sanierungsstau in Berliner Justizgebäuden und Haftanstalten liegt bei 400 Millionen Euro. Den mit Abstand größten Sanierungsbedarf bei den Gerichtsbauten gibt es im Kriminalgericht an der Moabiter Turmstraße. Dort wird er mit 54 Millionen Euro angegeben, das ist fast die Hälfte dessen, was insgesamt benötigt wird. Das Sozialgericht in der Invalidenstraße müsste mit 9,2 Millionen Euro saniert werden. In der JVA Alt-Moabit ermittelten die Experten 55,4 Millionen Euro Sanierungsstau. morgenpost.de

Internet-Institut entsteht in Berlin. Das Berliner Konsortium – angeführt vom Wissenschaftszentrum (WZB), dazu gehören mit FU, HU, TU, UdK und Uni Potsdam alle großen Universitäten der Region sowie weitere außeruniversitäre Institute – setzte sich gegen Konkurrenz aus München, Bochum, Karlsruhe und Hannover durch. 50 Millionen Euro vom Bund sollen in den kommenden fünf Jahren fließen, nach einer positiven Evaluation könnten fünf weitere Jahre dazukommen. tagesspiegel.de

„Identitäre Bewegung“ demonstrierte vor Justizministerium. Etwa 50 Menschen haben in Berlin gegen Bundesjustizminister Heiko Maas demonstriert. Eine Person wurde festgenommen. morgenpost.de
Frank Henkel hält an Kandidatur für den Bundestag fest. Es gibt Gerüchte, dass Ex-Innensenator Henkel sich nicht weiter um einen Sitz im Parlament bemühen möchte. Doch diese wehrt er entschieden ab: „Ich freue mich auf den Wahlkampf“. tagesspiegel.de
Polizist mit „nacksche Beene“ rettet Schildkröte am Alex. Manchmal zieht es den Beamten bei ihren Einsätzen die Schuhe aus. Diesmal machte sich ein Beamter für eine Schildkröte nass. morgenpost.de

Polizei nimmt mutmaßlichen Alexanderplatz-Schläger fest. Rund zwei Monate nach dem Angriff auf eine 24-Jährige auf dem Alexanderplatz hat die Polizei einen Tatverdächtigen festgenommen. Das teilte eine Polizeisprecherin am Dienstagvormittag mit. Die Festnahme des 20-jährigen Tatverdächtigen sei am Montagabend gegen 22 Uhr in der Oppelner Straße in Kreuzberg erfolgt. morgenpost.de

Erst geflirtet, dann zugeschlagen. Nachdem sie Avancen abgelehnt hatte, wurde Freitagnacht in Wedding eine Frau geschlagen. Nach Zeugenaussagen war die 28-Jährige gegen 2.30 Uhr im Nachtbuss N6 unterwegs, als sie ein fremder Mann ansprach. Er wollte mit ihr flirten, doch sie lehnte sein Ansinnen ab. Es kam zum Streit, in den sich mehrere Frauen und ein Mädchen einmischten, die augenscheinlich zu dem Mann gehörten. Eine 65-Jährige drohte der 28-Jährigen, sie mit einem Schuh zu schlagen, während der Mann sie nun an den Haaren packte und ihren Kopf gegen die Sitze schlug. Anschließend schlugen mehrere 16-Jährige und das 12-jährige Mädchen auf die junge Frau ein. An der Haltestelle Müllerstraße Ecke Gerichtstraße stiegen der Mann, die Frauen und das Mädchen aus und flüchteten. Polizisten konnten die Täterinnen in der Nähe feststellen. Der Mann konnte unerkannt flüchten. Die 28-Jährige erlitt leichte Verletzungen. berlin.de

\ SPORT /

Berlin turnt bunt: Viele Sportangebote im Rahmenprogramm des Turnfests. Vom 3. bis 10. Juni findet das Internationale Deutsche Turnfest statt. Berlin ist zum fünften Mal Gastgeber des weltweit größten Wettkampf- und Breitensportfests. Erstmals wurde ein Rahmenprogramm zum Turnfest aufgelegt. Mit über 1.000 Veranstaltungen locken Vereine und Verbände Berliner in allen Kiezen zum Mitmachen. „Berlin turnt bunt!“ bringt auch Moabit und Tiergarten in Bewegung. Eine Zusammenfassung der Angebote finden Sie hier: berliner-woche.de

\ STADTLEBEN /

Fritz Tower: Mikro-Apartments für Arbeitsnomaden in Moabit. Der 18-geschossige Fritz Tower in der Lehrter Straße soll Ende 2019 bezugsfertig sein. Sabine Klier hat sich die Wohnungen angesehen und schreibt: „Die Mini-Wohnungen ähneln einem Hotelzimmer: Sie sind hell möbliert und mit einer modernen Kitchenette sowie einem zeitlosen Bad mit großer Walk-in-Dusche ausgestattet. Die kleinen Zimmer verfügen über eine Schlafcouch, die Zweizimmer-Einheiten über Junior-Boxspringbetten. Ein Concierge sorgt für umfassenden Service. Im hauseigenen Fitnessstudio können die Workaholics trainieren. Im Erdgeschoss entstehen für die Bewohner außerdem mehrere Co-Working-Spaces und ein modernes Bistro.“bz-berlin.de

Gastro-Kritik: Lucha Libre Kai Röger fühlte sich wie in Mexiko – Mitten in Moabit. Denn im Lucha Libre werden „Tacos in außerordentlicher Qualität serviert“. Der Restaurant-Krikiter gibt sich begeistert: Die Tacos werden mit einer „auf die Füllung genau abgestimmte Sauce“ serviert – „auf extra-köstlich getrimmt“. Sein Fazit: „Im ‚Lucha Libre' kann man schmecken, warum die mexikanische Küche 2010 als eine der ersten in die Unesco-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen wurde.“ tagesspiegel.de

Kritik: „Get deutsch or die tryin‘“ am Maxim-Gorki-Theater. Patrick Wildermann findet das Stück von Necati Öziri „mutig und lakonisch“. Sein Fazit: „Öziri, beweist, dass Menschen ohne Migrationsdefizit oft bessere Geschichten zu erzählen haben als die beflissenen biodeutschen Schreibschulabsolventen mit ihren Kunstbemühungen. In „Get deutsch or die tryin‘“ spricht aus jeder Szene eine Erfahrung, die sich nicht ersetzen lässt und die ihren Preis hat. Es kommt der Tag, da sind wir zuhause“, heißt es am Ende.“ tagesspiegel.de

Das St. Oberholz kämpft mit der Kostenlos-Kultur. In dem Coworking-Café gibt es seit kurzen keine Selbstbedienung mehr. Denn die Gäste haben immer weniger bestellt. Nun kommt der Service direkt an den Tisch. In einem Online-Artikel machte Mitgründer Ansgar Oberholz sich in der vergangenen Woche Luft: Coworking-Cafés wie das St. Oberholz böten gelebte Offenheit, größtmögliche Freiwilligkeit sowie leichte Zugänglichkeit. Im Gegenzug verhielten die Gäste sich fair und konsumierten in den Cafés Getränke und Speisen. „Dieser Deal scheint nicht mehr zu aufzugehen“, schrieb Oberholz. morgenpost.denetzpiloten.de

Gedenkort Güterbahnhof Moabit: Schüler streichen gegen das Vergessen. Schülerinnen und Schüler der gebenüberliegenden Theodor-Heuss-Gemeinschaftsschule begleiten die Entstehung des Ortes und machen täglich Fotos – später soll daraus eine Ausstellung werden. Und beim Schutzanstrich beteiligen sich die Achtklässler. „Wenn die Schüler einbezogen sind, dann nehmen sie den Ort auch an“, sagt Lehrerin Sabeth Schmidthals. Sie engagiert sich seit Jahren dafür, dass sich ihre Schüler, von denen viele muslimisch sind, mit den Themen Judenverfolgung, Antisemitismus und Nationalsozialismus auseinandersetzen. tagesspiegel.de

Mobile Akademie: Das Milieu der Toten. Um die Kommunikation zwischen Future Us und Former Them zu verbessern, haben die Philosophin Prof. Dr. Petra Gehring, die Kulturwissenschaftlerin Prof. Dr. Karin Harrasser und der Literatur- und Kunstwissenschaftler Dr. Philipp Ekardt einen Forschungsantrag bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zur Untersuchung des Milieus der Toten gestellt. In einer mechanischen Arena, abwechselnd Bühne, Kino und Verhandlungssaal, verteidigen sie ihren Antrag vor zwei Gutachter*innen. A Science Under the Influence. Freitag und Samstag, 26. und 27. Mai in der Kuppelhalle des Silent Green. silent-green.net
Elektro-Punk: 100blumen/ BARK. Krach aus Düsseldorf und Berlin. Freitag, 26. Mai, 19 Uhr im Schokoladen. schokoladen-mitte.de, youtu.be
My Unique Jazz-Festival: Rumänien. Nicolas Simion (Saxophon), Nadia Trohin (Gesang) und Sorin Romanescu (E-Gitarre) spielen Ethno, Balkan und Modern Jazz. Samstag, 27. Mai, 21 Uhr im Jazzclub Schlot. kunstfabrik-schlot.defacebook.com/events
Nirvana am Piano. 
Christoph Spangenberg spielt Grunge auf 88 Tasten. 31. Mai, 21 Uhr im Grünen Salon. gruener-salon.de

Wir wünschen Ihnen eine so erfolgreiche wie stressfreie Woche! Wenn es was zu kommentieren gibt, bitte auf mitte-journal.de erledigen.

 

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