KW 23: Straßennamenkampf in Mitte, Krise ums Kuppel-Kreuz, wenn Tänzer zu Schlägern werden

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Liebe Leser, die Straßennamen in Mitte stehen zur Debatte. Jedenfalls die der Straßen im Afrikanischen Viertel, die an deutsche Kolonialherren erinnern. Eine davon sollte nach einer starken afrikanischen Frau benannt werden. Doch leider erweist sich Nzinga von Ndongo und Matamba nicht als geeignete Namensstifterin. Sie gilt als tausendfache Sklavenhändlerin. Der Name der Karl-Liebknecht-Straße steht indes nicht zur Debatte, auch wenn die AfD-Mitte die Allee gerne nach einem Fernsehstar benennen würde, der leider President der Vereinigten Staaten geworden ist. Viel Spaß beim Lesen!

\ MITTE AKTUELL /

Namensstreit I: Nzinga-Straße im Afrikanischen Viertel? Im Wedding sollte eine Straße nach der Königin von Ndongo und Matamba benannt werden, doch die gilt als Sklavenkönigin, wovon die Jury nichts gewusst haben will. Jetzt muss sie vermutlich erneut tagen. Dabei hatte die Namensfindung monatelang gedauert. Ein Blick in den Wikipedia-Eintrag der „Nzinga von Ndongo und Matamba“ hätte jedoch schnell Zweifel an ihrer Würdigung aufkommen lassen können. tagesspiegel.dewikipedia.org/wiki/Nzinga_von_Ndongo_und_Matamba

Namensstreit II: Afd will Ronald Reagan Ehre zukommen lassen. Die Partei der Alternativen Fakten will die Karl-Liebknecht-Straße in Ronald-Reagan-Allee umbenennen. Der ehemalige Schauspieler und erzkonservative Politiker hatte am  12. Juni 1987 von Michail Gorbatschow gefordert, die Mauer einzureisen und die „Tore zu öffnen“. Karl Liebknecht gehörte im Kaiserreich zunächst der SPD an und stimmte 1914 als einziger Abgeordneter gegen die Bewilligung von Kriegskrediten. Später war der radikale Pazifist Mitbegründer der KPD, rief zum Sturz der sozialdemokratischen Regierung auf und strebte eine „Diktatur des Proletariats“ an. morgenpost.de

Kuppel-Kreuz-Krise. Im Streit um das Kreuz auf der Kuppel des wiedererrichteten Berliner Stadtschlosses hat sich der Unionsfraktionschef Volker Kauder zu Wort gemeldet. „Über manche Debatten kann man sich nur wundern. Die Kuppel trug immer das Kreuz“, sagte Kauder. Es wäre „völlig absurd“, kein Kreuz anzubringen. Befürworter des Kreuzes sind neben Kirchenvertretern unter anderem Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) und die drei Gründungsintendanten des Humboldt-Forums. Vertreter von Linken, Grünen und Humanistischem Verband halten das christliche Symbol dagegen für ein falsches Signal. tagesspiegel.de

Standesamt Mitte: Für einen Termin stehen Manche schon nachts an. Die ersten improvisierten Wartemarken werden 5:30 Uhr vergeben. morgenpost.de
Pflegebetrug: Bürgermeister Stephan von Dassel spricht von Heuchelei. „Bereits im Jahr 2011 haben die Bezirksämter Neukölln und Mitte unter Beteiligung von mehr als einem Dutzend Pflegekräften Missstände und Betrugsmuster in der ambulanten Hilfe zur Pflege dokumentiert“, lässt der Bezirksbürgermeister mitteilen. Die jetzt aufkommende „Schockwellen“ über neue Berichte des Pflegebetrugs seien „unverständlich, wenn nicht gar heuchlerisch.“ berlin.de

Polizeieinsatz: Wäsche am Alexanderplatz. In der Nähe einer DM-Filiale untersuchte die Polizei Mittwochnachmittag einen herrenlosen Koffer. Es kam zu Verzögerungen im öffentlichen Verkehr. Der Koffer war nur mit Wäsche gefüllt. tagesspiegel.de

13-Jährige mit Alkoholvergiftung auf Intensivstation. Montagnacht wollten sich drei Mädchen mal so richtig volllaufen lassen. Eigenen Angaben zufolge erwarben sie in einem Späti gemeinsam eine Flasche Wodka, obwohl sie dem Verkäufer ihr jugendliches Alter von 13 Jahren nicht verschwiegen hatten. Aufgefunden wurden sie volltrunken von einer Passantin in der Karl-Liebknecht-Straße. Eine von ihnen war nicht mehr ansprechbar, die beiden anderen lallten stark und wiesen einen Alkoholpegel von 1,3 und 1,1 Promille auf. Ihre Freundin musste umgehend in ein Krankenhaus gebracht werden. Alle drei hatten zu Hause angegeben, bei einer Freundin zu übernachten. Das gibt Ärger. berlin.de

Antänzer schlagen Senioren krankenhausreif. Der 75-Jährige musste am Pfingstmontag zur stationären Behandlung in eine Klinik eingeliefert werden, nachdem er sich gegen drei unbekannte Antänzer zur Wehr gesetzt hatte. Die Taschendiebe umringten ihn am Nachmittag im Großen Tiergarten  und versuchten, ihn zu bestehlen. Das Opfer schlug die Hand eines der Diebe weg, woraufhin dieser dem Senior direkt ins Gesicht schlug. Dieser fiel zu Boden, erlitt eine Schlüsselbeinfraktur und Gesichtsverletzungen. Die Räuber flüchteten. berlin.de

Die Bahn investiert Millionen in Berlin.  Bis 2021 will das Unternehmen 562 Millionen Euro in Berliner Stationen stecken, weitere 104 Millionen Euro sind für Anlagen in Brandenburg vorgesehen. Die Summe relativiert sich allerdings etwas, denn in ihr sind auch Großprojekte wie der Weiterbau am Ostkreuz und an der Warschauer Straße sowie der Umbau der Bahnhöfe Schöneweide und Zoo enthalten. Zudem stammt ein wesentlicher Teil des Geldes vom Bund und den Ländern. tagesspiegel.de

Ist das Ordnungsamt machtlos gegen Falschparker? Das suggeriert eine Glosse aus dem Tagesspiegel über In-der-Zweiten-Reihe-Parker vor der  Barenboim-Said-Akademie. tagesspiegel.de
Wagon der Tramlinie M4 entgleist. Der Vorfall geschah am Mittwoch auf der Kleinen Präsidentenstraße/ Ecke Monbijouplatz. Der Zug sprang komplett aus den Schienen. Passagiere befanden sich zu diesem Zeitpunkt nicht im Wagen, verletzt wurde niemand. morgenpost.de

\ SPORT /

Boule Spielen auf dem Leopoldplatz. Ab sofort bietet der Verein bwgt e.V. jeden Freitag von 15:00 bis 16:30 Uhr öffentliches Boule Spielen auf dem Leopoldplatz an. Treffpunkt ist der Bouleplatz vor der Neuen Nazarethkirche in der Turiner Straße. Das Angebot ist kostenlos. Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Das Angebot wird von einem erfahrenen Boulespieler angeleitet, welcher Tipps und Tricks rund um den Sport mit der Kugel verrät. berlin.de

\ STADTLEBEN /

Neustart fürs Berliner Volksfest – unter neuem Namen. Der Schaustellerverband Berlin lädt ab Freitag, den 16. Juni zum 55. Deutsch-Französische Volksfest ein, das jetzt „Berliner Volksfestsommer“ heißt. Außer des Namens gibt es noch weitere Neuerungen. Beispielsweise, dass der Eintritt nicht mehr 2 Euro kostet, sondern frei ist. Der „55. Berliner Volksfestsommer“ will während seiner rund vierwöchigen Dauer den Berlinern eine unterhaltsame, abwechslungsreiche Zeit bescheren. morgenpost.de

Fashion-Week: Mercedes hat Vertrag nicht verlängert.  Der Hauptsponsor der Berliner Fashion Week hat den Vertrag mit dem Veranstalter nicht verlängert. Das bedeute aber nicht, dass man sich in Sachen Mode aus der Hauptstadt zurückziehen werde, wie der Konzern mitteilt. Man sei auf der Suche nach einer neuen Plattform. „Wir stehen weiterhin zum Modestandort Berlin. Wie unsere neue Plattform heißen wird, ist noch nicht entschieden – aber Mode und Nachwuchsförderung sollen im Mittelpunkt stehen.“ bz-berlin.de

Eröffnung von Wasserspielplätzen verzögert sich. Die Plansch-Anlagen sollten schon seit Samstag eröffnet sein. Doch ein Gutachten hat ergeben, dass das Wasser hier „nicht den Anforderungen der Trinkwasserverordnung entspricht.“ Die Leitungen sollen schnellstmöglich gereinigt und die Wasserspielgeräte nach einer wiederholten und bestandenen „Beprobung“ eingeschaltet werden. berlin.de

Latin-Jazz: Sebastian Schunk. Der Jazzer tritt mit seinem Berlinquartett auf. Samstag, 10. Juni, 21 uhr im b-Flat. b-flat-berlin.de
Exkursion: Weißenseeer Seenkette. Der Umweltladen Mitte lädt ein, vier in der letzten Eiszeit entstandene Seen zu erkunden. Sonntag, 11. Juni, 11 bis 15 Uhr, Treffpunkt: Kulturhaus „Peter Edel“, Berliner Allee 125. berlin.de
Lesung: LSD – Liebe statt Drogen. Lesung mit anschließender Live-Musik. Dienstag, 13. juni, 20:30 Uhr im Schokoladen. schokoladen-mitte.de

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