KW 30: Wenn Prinzen mit Prinzessinnen tanzen, Goldstück und Goldstaub, Hitzefrei für Kutschenpferde

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Liebe Leser, das Ereignis der letzten Tage? Sicherlich noch der Prinzenbesuch in der vergangenen Woche. William und Kate… Ach! Und dann tanzten sie (vielleicht) im Clärchens! Wie Generationen von Berlinerinnen und Berlinern vor Ihnen. Wie sympathisch. Wie volksnah. Und wenn bei Ihnen jetzt das Tanzbein juckt… Auch an diesem Wochenende wird ordentlich was geboten. Wozu lebt man denn in Berlin? Aber vorher empfiehlt sich noch die Lektüre dieses Newsletters. Viel Spaß beim Lesen!

\ MITTE AKTUELL /

Wenn Prinzen mit Prinzessinnen tanzen. Ach ja, William und Kate. War das schön. Nach Besuchen bei Kanzlerin und Präsident, einem Gang durchs Brandenburger Tor, einem Besuch eines Kindergartens in Marzahn und einem Abstecher nach Heidelberg wollten die Royals auch was vom berühmten Berliner Nachtleben mitbekommen. In Clärchens Ballhaus trafen sie auf um die 100 Gäste aus der Berliner Kultur- und Kreativszene. Auf die Ohren gabs auch was und zwar von der Britin Sam Hall, bekannt als DJ Goldierocks. „Wenn sie sich vom Flair in Clärchens Ballhaus nicht zum Tanzen verführen lassen, dann sind sie selber Schuld“, sagt Geschäftsführer Christian Schulz auf die Frage, ob die Royals auch getanzt haben. Und ein Achtungserfolg für Mitte: William und Kate waren nicht im Berghain.
tagesspiegel.de

Goldstück und Goldstaub. Der Diebstahl einer riesigen Gold-Münze aus dem Bode-Museum ist jetzt bereits vier Monate her. Die Ermittler gehen davon aus, dass das millionenschwere Beutestück zerstört und in Stücken verkauft worden ist, denn es sei Goldstaub in beschlagnahmten Autos und Kleidungsstücken sichergestellt worden. Derweil ist einer von vier Tatverdächtigen am Donnerstag aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Es gebe laut Staatsanwaltschaft keinen dringenden Tatverdacht mehr, es werde aber gegen den 19-Jährigen weiterhin ermittelt.
morgenpost.de, bz-berlin.de

Hitzefrei für Kutschenpferde. Gut, momentan scheint das Problem eher hypothetisch. Aber ein guter Politiker ist einer, der an die Zukunft denkt. Justizsenator Dirk Behrendt prüft daher ein Hitzefrei für Berlins Kutsch-Pferde. Diese sollen ab einer Temperatur von 35 Grad nicht mehr arbeiten müssen. Überhaupt sind dem Senat die Kutschen ein Dorn im Auge. Wir sind ja nicht in Wien. „In der Innenstadt sollen keine Pferdekutschen fahren“, steht im Koalitionsvertrag. Zur Erinnerung wurden dem Senator von Tierschützerin Julia Maier 100.119 Unterschriften einer Online-Petition übergeben. Ziel sei es, so Behrendt, einen juristisch gangbaren Weg zu finden. In der Pflicht sei auch der Bezirk Mitte, der könne ohne Probleme am Brandenburger Tor und am Gendarmenmarkt ein Kutsche-Verboten-Schild aufstellen.
bz-berlin.de, tagesspiegel.de, morgenpost.de

Autonome Minibusse an der Charite. Kleine autonome Elektrobusse sind jetzt auch in Mitte zu sehen. Auf dem Charité-Gelände transportieren jetzt mehrere kleine Modelle Fahrgäste. „Solche Versuche sind wichtig, um Erfahrungen mit diesem Verkehrssystem der Zukunft zu sammeln“, sagte der Grünen-Politiker Stefan Gelbhaar. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), die Charité und das Land Berlin arbeiten bei „Stimulate“ zusammen. Neben der Erprobung von Technik und Betriebsformen können Mitarbeiter, Patienten und Besucher der Charité auf dem weitläufigen Gelände transportiert werden.
berliner-zeitung.de

Schwerverletzt. Rollerunfall in der Invalidenstraße bz-berlin.de
Charite-Chef. Karl Max Einhäupl soll interimsmäßig Klinikchef bleiben tagesspiegel.de
Zwangsprostitution. 25-jährige Bulgarin sagt im Prozess per Video aus morgenpost.de

Wie jüdische Spuren in Berlin verschwinden. B.Z.-am-Sonntag-Autor Björn Casapietra erzählt eine haarstreubende Geschichte davon wie ignorante Denkmalschutzbehörden und Investoren letzte Spuren des jüdischen Berlin vernichtet haben. „Eine Gesellschaft zeigt ihr wahres Gesicht in dem Umgang mit Altem, in der Wertschätzung des Alten. Ich hätte die Wohnung damals fast gekauft, obwohl ich sie mir nicht leisten konnte – nur, damit Bauunternehmer sie nicht ruinieren“, sagt die Berlin-Italienierin „Fabrizie“, die in der Nähe vom Garnisonfriedhof wohnt und viel über die Geschichte ihres Hauses und damit auch über die Geschichte Berlins zu berichten weiß.
bz-berlin.de

Crash zwischen Lamborghini und VW. Folgenreicher Verkehrsunfall an der Kreuzung Köpenicker-, Brücken- und Heinrich-Heine-Straße am Montagmorgen gegen 9 Uhr. Vier Autos, ein VW-Passat, ein Lamborghini, ein VW, ein Audi A8 und ein Fahrrad waren involviert. Es gab zwei Verletzte. Über den genauen Hergang der Ereignisse gibt es bei den Beteiligten unterschiedliche Perspektiven, so die Polizei.
morgenpost.de

\ SPORT /

Ausstellung feiert 125 Jahre Hertha BSC. Hertha hat am Dienstag im Roten Rathaus seinen 125-jährigen Geburtstag mit einem Festakt gefeiert, am Abend eröffnete dann eine Ausstellung, die zu Ehren Herthas im Ephraim-Palais in der Poststraße zu sehen ist: „Hauptstadtfußball. 125 Jahre: Hertha BSC & Lokalrivalen“. In elf Kapiteln widmet sich die Schau der Geschichte des Vereins, immer auch im Spannungsfeld der Zeitgeschichte: Anfänge in Kaiserzeit, die Rolle im NS, die Teilung der Stadt, die auch eine Teilung der Fan-Lager bedeutete. Auch werden elf herausragende Herthaner, exemplarisch für alle Fußballhelden vorgestellt. Darunter Ernst Wisch, Helmut Schön oder
der jüdische Mannschaftsarzt Hermann Horwitz, der 1943 nach Ausschwitz deportiert wurde. Jeden Sonntag, 16 Uhr, gibt es eine Führung mit einem professionellen Guide und einem Fan. Bis 07. Januar, Di, Do-So 10 – 18 Uhr, Mi 12 – 20 Uhr im Ephraim-Palais in der Poststraße 16.
tagesspiegel.de, hauptstadtfussball.berlin

\ ZAHL DER WOCHE /

Rund 200.000 Euro stehen für eine Zwischennutzung des Bärenzwingers am Köllnischen Park bis zum Jahr 2019 zur Verfügung. Ab September soll es im Innen- wie im Außenbereich Ausstellungen stattfinden.
morgenpost.de

\ STADTLEBEN /

Auf Touren kommen. Stadtführungen sind für Touristen? Nicht unbedingt, auch Berliner können auf den zahlreichen Angeboten Neues über ihre Stadt und ihren Kiez lernen und nebenbei sportlich unterwegs sein. So joggt man bei Mike’s SightRunning zu den Sehenswürdigkeiten oder lässt sich für den Berlin-Marathon briefen. Die Trabi-Safari im Zweitakter-Konvoi ist schon fast legendär, die Stadtspaziergänge von Claudia von Gélieu und ihren Kolleginnen widmen sich Frauengeschichte(n) in Berlin. Einblicke in Berlins Gastroszene bietet der Veranstalter eat-the-world Gourmetfreunden an.
morgenpost.de

In Wedding wohnen Superhelden. Im Prime Time Theater läuft mal nicht „Gutes Wedding, Schlechtes Wedding“. Ab 28. Juli heißt es dort „The Weddingers“ in Anlehnung an die Superhelden-Comicserie „The Avengers“. Die Story: Ayran Man, die Rote Witwe, Captain Wedding, der Halbgott Thür, der Unglaubliche Volk und Emo-Girl gegen den Bösewicht Konformist – der die Berliner Restaurantvielfalt zerstören und überall nur noch denselben Döner, Burger und Braten servieren möchte. Und es gibt sogar Spezialeffekte mit Lasern und Blitzen auf der kleinen Bühne. Und zum Stück gibt es auch eine Spendenaktion: In Videos können die Berliner beschreiben, welche Superhelden sie sich für die Stadt wünschen. Und für jedes eingereichte Video spendet das Theater einen Euro dem Verein „Kiezbezogener Netzwerkaufbau“ (KbNa e.V.).
tagesspiegel.de

Ein libanesischer Künstler im Auswärtigen Amt. Noch bis Ende Juli ist Maler und Bildhauer Said Baalbaki Artist in Residence in der Galerie auf dem Dach des Auswärtigen Amtes. Baalbaki pendelt zwischen Beirut und Berlin und beschäftigt sich mit Fragen von Heimat und Identität. Inspiriert für seine aktuelle Arbeit hat ihn im „Museum der Dinge“ Kriegsschrott aus dem Zweiten Weltkrieg, etwa der durchlöcherte Stahlhelm, der später als Küchensieb genutzt wurde. Für das Projekt „Cookwar(e) 101“ hat er Stahlschüsseln und Löffe ins Auswärtige Amt geschleppt, um sie zu archaisch anmutenden Rüstungen, Brustpanzern und Helmen zusammenzubauen. Lesen Sie im Tagesspiegel ein ausführliches Porträt:
tagesspiegel.de

Mapping Berlin. Elf Berliner Künstlerinnen und Künstlern präsentieren individuell konstruierte Systeme des Kartografierens von Raum, Zeit und urbaner Geschichte. Bis 12. August, Dienstag bis Samstag, 12 bis 19 Uhr. Galerie Wedding. berlin.de
15 Jahre Kauf Dich glücklich. Open Air am frühen Abend und später Party im Club. Samstag, 29. Juli. Ab 22 Uhr (Party). Anita Berber. Pankstraße 17 bzw. Gerichtstraße 23. residentadvisor.de
Der letzte Zug. Die Tube Station in der Friedrichstraße macht dicht. Und alle Tubies feiern das letzte Mal. Samstag, 29. Juli, ab 23 Uhr. Tube Station. Friedrichstraße 180 bis 184. tubestation.club

Puh, war das wieder eine regnerische Woche. Es soll relativ trocken werden die Tage. Wir glauben es aber erst, wenn es soweit ist. In diesem Sinne, bleiben Sie trocken! Wenn es was zu kommentieren gibt, bitte auf mitte-journal.de erledigen.

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