Lageso stockt auf und erntet Kritik

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Um dem entstandenen Chaos bei der Flüchtlingsregistrierung entgegenzuwirken, will das Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales, Lageso, bis zum 4. Januar 2016 50 weitere Zeitarbeiter für die Aktenverwaltung einstellen. Eine Lageso-Leiharbeiterin äußerte sich dem Rundfunk Berlin-Brandenburg kritisch gegenüber dem Einsatz von Zeitarbeitern, da diese in der Vergangenheit den Registrierungsprozess entschleunigt hätten. „Wir stehen den Sachbearbeitern mehr im Weg, als dass wir helfen können. Wir wurden nie richtig eingearbeitet und deshalb wird die Arbeit zerstückelt und es passieren jede Menge Fehler“, erzählte sie dem rbb.

Eine Woche Einarbeitungszeit – Wie soll das reichen?

Auch von Seiten der Lageso-Personalräte hagelt es Kritik gegen die Neueinstellung von Zeitarbeitern. Insbesondere Leiharbeiter ohne Computerkentnisse erschweren die Situation. „Für meinen Geschmack ist das blinder Aktionismus. Wir brauchen hier Personal, das stressresistent ist, aber auch schreiben und sprechen kann“, sagt Personalrätin Karen Busch. Die Personalratsvorsitzende Astrid Weigert nimmt die Leiharbeiter in Schutz. „Früher hat die Einarbeitung in Verwaltungsbereiche ein halbes bis dreiviertel Jahr gedauert. Jetzt haben wir nur eine Woche. Das kann nicht funktionieren.“

Der Einsatz von neuen Mitarbeitern bringe, laut Weigert nur etwas, wenn die Zeitarbeiter ausreichend eingearbeitet werden können und eine sinnvolle Organisationsstruktur aufgebaut ist. „Ich gehe davon aus, dass man dann auch wieder weniger Personal braucht, weil die Arbeit glatter läuft, ohne Reibungsverluste. Aber da müssen wir erst mal hinkommen.“

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